
Sechs Kursplattformen eingerichtet, migriert, wieder verlassen – am Ende bleiben vor allem die CSV-Exporte übrig, die niemand mehr anschaut.
Coachy ist die erste, bei der das nicht passiert ist. Nicht weil sie im Kursplattform-Vergleich die bekannteste ist oder die meisten Funktionen mitbringt, sondern weil zwei Zahlen stimmen, auf die beim Mitgliederbereich erstellen kaum jemand achtet – die Rückerstattungsquote und die Jahre, die ein Anbieter schon ohne große Ausfälle am Markt ist. Bevor es dahin geht, kurz zur Transparenz, weil das fair ist: Dieser Text enthält Affiliate-Links, unter anderem zu COACHY. Kaufst du darüber, bekomme ich eine Provision, an deinem Preis ändert sich nichts – als Coach aus Hamburg lebe ich ohnehin vom eigenen Online-Coaching-Business, nicht von den Links hier.
Der Irrglaube: Populär heißt stabil
Der Mythos, dem ich selbst am längsten hinterhergelaufen bin, klingt einleuchtend: Wechsel zur größten, meistgenutzten Plattform, dann bleiben die Mitglieder von selbst. Die 'Nummer 1 Software' Flenski.io kommt unter Kursplattformen auf einen Marktanteil von 55 Prozent – mehr als jeder andere Anbieter in diesem Vergleich. Erst ein Blick auf die anderen Zahlen zeigt das Problem: Flenski ist gerade einmal etwa 1,4 Jahre am Markt, die Rückerstattungsquote liegt bei über 7 Prozent. Popularität sagt nichts darüber, ob ein Anbieter in einem Jahr noch existiert – und ob deine Mitglieder dann selbst wieder umziehen müssen.
Sechs Plattformen im Kursplattform-Vergleich – ein wiederkehrendes Muster
Seit 2019 bin ich durch insgesamt sechs Plattformen gewandert, dreimal davon mit einer vollständigen Migration meiner Mitgliederliste. Bei der zweiten Migration kündigten 15 Prozent meiner Abonnenten, statt den neuen Link zu klicken – kein Interesse an einem neuen Passwort, keine Lust auf eine erneute Bestätigungsmail. Migration fühlt sich an wie ein Umzug mit einer kompletten Werkstattausstattung: Beim dritten Mal beschriftet niemand mehr die Kisten, man will einfach nur, dass es aufhört.
Podia hatte ich in dieser Zeit auch eine Weile laufen – die Kontrolle über Design und den Checkout-Prozess war mir aber zu gering, ich fühlte mich wie ein Mieter, der nicht mal die Wandfarbe selbst wählen darf. Wie viel eine Plattform am Ende wirklich kostet, wenn man Gebühren, Transaktionskosten und Abo-Modell zusammenrechnet, ist übrigens ein eigenes Thema für sich. Genauso wie die Frage, wie man eine Migration ohne große Mitgliederverluste überhaupt hinbekommt – dazu an anderer Stelle mehr.
In dieser Zeit hat sich für mich bestätigt, dass eine stabile Kursplattform wichtiger ist als jede glänzende neue Funktion – das ist übrigens auch der Kern hinter der Frage, wie man Fehlkäufe bei der Plattformwahl vermeidet. Warum ich bei der dritten Migration nicht einfach angefangen habe, Briefmarken zu sammeln, ist mir bis heute ein Rätsel – das wäre entspannter gewesen.
Warum Spezialisierung mehr Mitglieder hält als jedes Zusatzfeature
Mentortools stand ganz oben auf meiner Liste, als ich mich nach der dritten Migration neu orientierte. Technisch ist Mentortools ein echtes Schwergewicht, seit sieben Jahren am Markt und entsprechend stabil – aber für mich als Einzelkämpfer wirkte es wie ein 40-Tonner, wenn ich eigentlich einen zuverlässigen Kastenwagen brauche. Membado wiederum punktet mit 7,5 Jahren Markterfahrung und einer fairen Cookie-Laufzeit von 180 Tagen im Partnerprogramm – wer sich näher für Kündigungsraten und Mitgliederbindung bei Membado interessiert, findet dazu an anderer Stelle mehr. Beide Anbieter haben eines gemeinsam: Sie waren am Markt bewährt, lange bevor sie überhaupt populär wurden – das Gegenteil von Flenskis Popularitäts-Sprint.
Was mich am Ende zu Coachy gebracht hat, war eine simple Beobachtung: Ein Coaching-Business braucht selten mehr als Video, PDF und einen Ort für Rückfragen. Coachy ist eine reine Kursplattform, keine Universallösung, und genau das macht sie so berechenbar. Die Einrichtung lief bei mir ohne fremde Hilfe und ohne tagelanges Herumprobieren – wie sich das konkret im Alltag anfühlt, habe ich in meinem Bericht zu Coachy Support und die Bedienung nochmal ausführlicher aufgeschrieben.
Coachy zeigt seine Stärken erst im Alltag
Eine Kollegin, die auch online Kurse verkauft, saß neulich bei mir am Schreibtisch und wollte sehen, wie ihr eigener Mitgliederbereich später aussehen könnte. Ich habe ihr einfach den Laptop rübergeschoben, ohne ein Wort der Erklärung – und sie hat sich innerhalb von Sekunden selbst durch die Kursübersicht geklickt, als hätte sie nie etwas anderes benutzt. Das war für mich aussagekräftiger als jede Feature-Liste.
Bei einem Spaziergang durch Uhlenhorst habe ich kürzlich auf dem Handy kurz ein paar Kommentare meiner Teilnehmer beantwortet, während ich eigentlich nur eine Pause machen wollte. Über die Hälfte der Lerninhalte wird heute mobil konsumiert, und genau da zeigt sich, ob eine Plattform durchdacht ist oder nur am Desktop gut aussieht. Coachy läuft mobil ohne Ruckeln, ohne dass ich dafür eine einzige Zeile Code geschrieben habe.
Videos lädst du direkt in die Plattform, ohne einen externen Hosting-Dienst dazwischenzuschalten – ein eigenes Thema, wenn man vergleicht, wie unterschiedlich Anbieter natives Video-Hosting umsetzen. Für den Austausch mit Teilnehmern reicht mir inzwischen die eingebaute Community-Funktion, eine offene oder geschlossene Facebook-Gruppe brauche ich dafür nicht mehr. Auch eine Kursseite baue ich direkt im Tool zusammen – wie leistungsfähig so ein Landingpage-Builder im Detail sein kann, ist wieder eine andere Geschichte.
Zahlungsanbieter, DSGVO und andere unsichtbare Kostenfallen
Zwei Dinge entscheiden am Ende, ob ein Coaching-Business rechtlich und finanziell auf sicheren Beinen steht: die Anbindung an Zahlungsanbieter und der Umgang mit der Datenschutz-Grundverordnung. Bei Coachy war die Anbindung an Digistore24 bei mir in wenigen Minuten erledigt, ohne dass ich drei verschiedene Plugins gegeneinander testen musste – wie so eine Digistore24-Anbindung im Detail funktioniert, ist ein eigenes Thema für sich. Zur DSGVO nur so viel: Ein ordentlicher Auftragsverarbeitungsvertrag gehört einfach dazu, alles Weitere würde hier zu kurz kommen.
Als ich neulich mit meinem befreundeten Webdesigner Sven genau darüber sprach, kam von ihm praktisch reflexhaft ein Link zur offiziellen Dokumentation – so läuft das mit ihm eigentlich immer, egal worüber man mit ihm redet.
Mein Schreibtisch in der Altbauwohnung in Hamburg-Barmbek ist breiter, als er eigentlich sein müsste, wegen der zwei Monitore, die ich für solche Vergleiche brauche. Links davon liegt seit Jahren ein Stapel ausgedruckter Plattformlisten. Nachmittags ziehe ich die Rollos zur Hälfte runter, die Sonne fällt sonst direkt auf den Bildschirm, der Blick geht sowieso nur auf den begrünten Hinterhof. Router und NAS-Box laufen im Sideboard durchgehend – das ist die Art Zuverlässigkeit, die ich mir auch von einer Kursplattform wünsche.
E-Mail-Marketing binde ich über eine externe Schnittstelle an, dazu gibt es an anderer Stelle einen eigenen Vergleich, was Coachy und Membado hier unterschiedlich lösen. Die Grundfrage, ob man sich lieber ein Mitgliederbereich-Plugin in WordPress baut oder gleich eine externe Kursplattform nutzt, stellt sich mir inzwischen nicht mehr – aber sie ist für alle relevant, die noch am Anfang dieser Entscheidung stehen.
Die richtige Frage vor der nächsten Migration stellen
Eine Leserin, Wibke Schäfer, die selbst einen Gesundheitskurs betreibt, hat mir kürzlich eine Frage gestellt, die die meisten Testberichte einfach auslassen: nicht wie viele Funktionen eine Plattform hat, sondern wie hoch die Kündigungsrate über einen längeren Zeitraum tatsächlich ist. Genau diese Frage ist der Maßstab, den ich inzwischen vor jeder Kaufentscheidung anlege.
Bevor du deine nächste Migration überhaupt einplanst, schau dir also nicht die Popularität eines Anbieters an, sondern zwei nüchterne Zahlen: die Rückerstattungsquote und die Jahre, die er schon ohne große Ausfälle am Markt ist. Beide sagen mehr über deine zukünftige Kündigungsrate als jedes Hochglanz-Feature. Wer trotzdem ein All-in-One-System sucht, bei dem man jede einzelne Schraube selbst justieren kann, ist bei Mentortools vermutlich besser aufgehoben. Wer aber einfach seine Expertise verkaufen will, ohne nachts von Excel-Listen zu träumen, findet in COACHY genau das dichte Dach, das eine Migration erst überflüssig macht.
COACHY
Vorteile
- ✔ Extrem niedrige Stornoquote von 1,6%
- ✔ In 10 Minuten startklar ohne Technik-Kenntnisse
- ✔ Hervorragende mobile Darstellung für Kursteilnehmer
- ✔ Nahtlose Anbindung an deutsche Zahlungsanbieter
Nachteile
- ○ Weniger Design-Flexibilität als WordPress-Lösungen
- ○ Geringere affiliate-Provision pro Einzelverkauf