Ein paar Kündigungsmails liegen in meinem Postfach, noch bevor die erste Tasse Kaffee leer ist, und fast alle nennen denselben Grund: zu teuer, zu unübersichtlich, raus hier. Was mich daran am meisten nervt, ist nicht die Kündigung selbst, sondern der Mythos dahinter, auf den fast jeder Kursplattform-Vergleich im Netz hereinfällt: Viele Coaches glauben, "keine Transaktionsgebühren" bedeute automatisch null Abzüge, als wäre die Entscheidung am Ende nur eine Frage des Preisschilds. Das ist Unsinn, und dieser Irrtum hat mich in den letzten Jahren bares Geld gekostet, bevor ich verstanden habe, wie die Rechnung wirklich aufgeht.
Kurz zur Transparenz, bevor es weitergeht: Diese Seite enthält Affiliate-Links. Kaufst du über einen davon, bekomme ich eine Provision – für dich ändert sich am Preis nichts. Ich schreibe hier ausschließlich über Tools, die ich seit 2019 als Coach selbst benutzt habe, mit jedem Frust, der dazugehört.
Sechs Plattformen habe ich seitdem durchprobiert, und ich bin weder Entwickler noch Affiliate-Profi – einfach jemand, der die richtigen Online-Coaching-Tools sucht, um seine Kurse zu verkaufen. Thinkific ist die, an die ich am ungernsten zurückdenke: Der Support lief komplett auf Englisch, und bei den DSGVO-Einstellungen bin ich nie wirklich schlau geworden, welche Checkbox was genau freigibt. Nach dem dritten Versuch, eine klare Antwort auf eine simple Frage zu bekommen, habe ich das Handtuch geworfen. Dreimal bin ich seither mit Sack und Pack auf eine neue Plattform umgezogen, und wer schon mal real umgezogen ist, weiß: Irgendein Karton bleibt immer verschwunden – bei mir waren es jedes Mal ein paar Mitglieder, die den Wechsel nicht mitgemacht haben. Beim ersten großen Wechsel hat mir mein befreundeter Webdesigner Sven Krabowski geholfen, die Weiterleitungsregeln wieder geradezuziehen, und typisch Sven: Er wollte das partout nicht per Chat klären, sondern hat mich mitten im Chaos einfach angerufen.
Transaktionsgebühren bei Kursplattformen: Der Trugschluss, der Coaches teuer zu stehen kommt
In der Coaching-Welt gibt es grundsätzlich zwei Wege: Entweder die Plattform hat keine festen Monatskosten, schneidet dafür bei jedem Verkauf mit – oder du zahlst einen festen Betrag und behältst jeden Cent deines Umsatzes. Am Anfang klingen fünf oder zehn Prozent Gebühr nach wenig. Sobald das Geschäft aber Fahrt aufnimmt, wird aus diesem Prozentsatz eine Summe, die jeden Monat größer wird, fast wie eine Miete, die automatisch mit deinem Gehalt mitwächst. Der Haken, den kaum jemand auf dem Schirm hat: Selbst bei null Transaktionsgebühren bleiben die Gebühren des Zahlungsanbieters wie Stripe oder PayPal bestehen, die Plattformgebühr kommt nur oben drauf oder fällt eben weg. Die Regel, die ich seitdem anwende, ist simpel: Rechne nie nur die Fixkosten der Plattform, sondern immer auch die Gebühr des Zahlungsanbieters mit ein – sonst vergleichst du am Ende Äpfel mit Birnen. Dazu kommt in Deutschland noch die Datenschutz-Grundverordnung, die bei US-Plattformen schnell zur Grauzone wird – ein Thema für sich, das hier nicht reinpasst.
Mentortools: Die Werkbank, die nicht wackelt
Mentortools vergleiche ich am liebsten mit einer massiven Werkbank aus Eichenholz, die wackelt nicht, egal wie fest du drauf hämmerst. Seit sieben Jahren ist die Plattform am Markt, und das merkt man an jeder Ecke: Es geht nicht um das neueste, hippste Feature, das in einem halben Jahr wieder verschwunden ist, sondern um Stabilität, auf die du dich auch bei hohem Traffic verlassen kannst. Das Einrichten dauert bei Mentortools gefühlt eine Stunde länger als bei den schickeren Konkurrenten, weil man sich kurz reinfuchsen muss, aber ich bin ja, wie gesagt, kein Techie, sondern froh, wenn die Fernbedienung ohne Anleitung funktioniert. Aber wenn es einmal steht, läuft es auch durch. Wie wichtig gerade die Ladezeiten für die Kundenzufriedenheit sind, habe ich in meinem Mentortools Testbericht schon ausführlicher beschrieben. Nichts vertreibt Kunden schneller als ein Lade-Kringel mitten im Videokurs. Die Philosophie bleibt klar: Du zahlst deine monatliche Gebühr, und die Plattform lässt deine Verkäufe in Ruhe, egal wie gut ein Launch läuft.
Flenski im Hype-Check: Was die hohe Popularität verschweigt
Flenski.io, die laut Eigenwerbung "Nummer 1 Software", taucht inzwischen bei gut der Hälfte aller neuen Kursanbieter auf – an der Popularität kommt man kaum vorbei. Es ist der schicke neue Sportwagen unter den Plattformen: alles wirkt modern, die Bedienung wirkt beim ersten Ausprobieren kinderleicht. Schaut man genauer hin, kippt der Eindruck schnell. Erst seit etwas mehr als einem Jahr ist Flenski überhaupt am Markt, verglichen mit den alten Hasen fast noch die Krabbelgruppe. Und die Rückerstattungsquote liegt mit knapp acht Prozent deutlich über dem, was ich bei den etablierten Tools sehe. Eine hohe Stornoquote kann viele Ursachen haben, aber oft hängt sie damit zusammen, dass Kauferlebnis oder Zugang zum Mitgliederbereich eben noch nicht rundlaufen. Wer tiefer einsteigen will, findet mehr dazu in meinem Flenski Kursplattform Vergleich.
Warum Membado trotz wenig Werbung so lange im Geschäft bleibt
Membado ist eher der ruhige Nachbar, der nie mit großen Ankündigungen auffällt, aber auch nach Jahren noch zuverlässig funktioniert. Mit siebeneinhalb Jahren Markterfahrung wissen die Leute dahinter genau, was sie tun, auch wenn die Popularität mit rund sieben Prozent vergleichsweise niedrig bleibt – sie schreien einfach nicht so laut wie die Konkurrenz. Für alle, die langfristig planen, ist die Cookie-Laufzeit von 180 Tagen ein echtes Argument. Der Moment, der mir am meisten hängen geblieben ist, war mein erster Monatsabschluss, nachdem ich Thinkific endgültig hinter mir gelassen hatte: Zum ersten Mal lag meine Kündigungsrate unter fünf Prozent, und ich habe die Zahl zweimal nachgerechnet, weil ich dachte, ich hätte mich vertan. Wie stark die richtige Plattform die Mitgliederbindung beeinflusst, ist eigentlich ein eigenes Thema, aber dieser eine Monatsabschluss hat mir mehr gezeigt als jede Werbeaussage. Wer sehen will, wie sich das Ganze im direkten Vergleich schlägt, findet das in meinem Artikel Membado vs Coachy.
Günstig einsteigen, ohne an der Kündigungsrate zu sparen: Coachy
COACHY hat mittlerweile über zehntausend Coaches auf der Plattform – kein kleiner Fisch mehr. Die Rückerstattungsquote von nur 1,6 Prozent war das, was mich an Coachy am meisten gewundert hat, und sie zeigt, dass die Leute mit dem, was sie dort vorfinden, tatsächlich zufrieden bleiben. Eine Leserin, Wibke Schäfer, die seit einiger Zeit einen Gesundheitskurs betreibt, hat mich neulich gefragt, ob das Design des Mitgliederbereichs bei Coachy mit den teureren Tools mithalten kann – ihr ist das wichtig, weil ihre Teilnehmerinnen genau darauf achten. Meine Antwort war schlicht: nicht ganz, aber für den Einstiegspreis reicht es völlig aus. Coachy bleibt oft der erste Schritt für alle, die von den hohen Gebühren der Marktplatz-Lösungen weg wollen, und bietet vieles von dem, was man braucht, ohne dass man dafür ein Informatikstudium bräuchte. Dass der Netto-Verdienst pro Verkauf hier manchmal etwas niedriger ausfällt als bei Mentortools, je nachdem welche Zusatzfeatures gebucht sind, sollte man im Kopf behalten – trotzdem bleibt es eine der stabilsten Lösungen am Markt.
Fazit: Stabilität schlägt den lautesten Marketing-Namen
Nach drei Migrationen, bei denen ich wirklich Nerven gelassen habe, bleibt für mich eine Erkenntnis: Eine Kursplattform ohne Transaktionsgebühren ist kein Luxus, sondern eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit, sobald du mehr als eine Handvoll Kurse im Jahr verkaufst. Die monatlichen Fixkosten liegen am Anfang vielleicht höher als bei einem Gratis-Anbieter, aber du kaufst dir damit Freiheit und Skalierbarkeit zurück. Was so eine Plattform am Ende wirklich kostet, hängt stark vom eigenen Umsatz ab und wäre ein eigener Rechenweg für sich – hier soll nur die Grundregel zählen: Monatsgebühr plus Zahlungsanbieter-Gebühr gegen Prozentsatz vom Umsatz rechnen, und zwar mit deinem tatsächlichen Zielumsatz, nicht mit dem von heute. Die Anbindung an Digistore24 lief bei allen vier Tools unkompliziert genug, dass ich dafür keine extra Hilfe brauchte, was angesichts meiner sonstigen Technik-Bilanz schon fast ein kleines Wunder ist. Würde ich heute neu anfangen, würde ich nicht auf das Tool mit dem lautesten Marketing setzen, sondern fragen: Wer ist am längsten dabei, wer hat die niedrigste Stornoquote, wer schützt meine Conversion Rate durch schlichte Zuverlässigkeit? Mentortools bleibt für mich der klare Favorit, wenn langfristige Sicherheit zählt, während Coachy die bessere Wahl ist, wenn das Budget am Anfang eng ist. Schau dir die aktuellen Konditionen direkt bei den Anbietern an und rechne kurz durch, was dich fünf Prozent Gebühr bei deinem Zielumsatz tatsächlich kosten würden – danach fällt die Entscheidung meistens von selbst.