Viele wechseln ihre Kursplattform mehrmals, bevor sie merken, dass die Plattform selbst selten das Problem ist. Bei mir waren es sechs verschiedene Anbieter und drei schmerzhafte Migrationen, seit ich vor sieben Jahren angefangen habe, meine Kurse online zu verkaufen – und jedes Mal lag der Bruch nicht im Mitgliederbereich, sondern in der Verbindung zwischen Zahlung und Zugang. Wer im Online-Business in Hamburg oder anderswo automatisierten Kursverkauf aufbauen will, kennt vermutlich dieses Gefühl: Ein Kunde bezahlt, und irgendwo zwischen Checkout und Login-Seite verschwindet der Zugang im Nichts. Genau darum geht es in diesem Kursplattform-Vergleich zwischen Membado und CopeCart, in dem ich aus eigener Erfahrung urteile – nicht um Feature-Listen, sondern um die Stelle, an der Automatisierung hält oder eben bricht.
Die Klebeverbindung zwischen Zahlung und Zugang: wo Automatisierung wirklich bricht
Bevor ich überhaupt eine richtige Plattform genutzt habe, hatte ich versucht, meine Kurse einfach per Zoom anzubieten und die Aufzeichnungen im Anschluss von Hand per Mail rauszuschicken – das hat für eine Handvoll Teilnehmer noch funktioniert, wurde aber schnell zum Vollzeitjob neben dem eigentlichen Coaching. Später kam dann eine Zapier-Zwischenschicht dazu, die zwischen Zahlungsanbieter und Kursbereich vermitteln sollte, und genau die war es, die mich am meisten genervt hat: Sie brach immer genau dann zusammen, wenn ich gerade nicht hinschaute, meistens abends, wenn der Support längst Feierabend hatte. Es ist wie in einer Werkstatt: Wenn der Schlüssel nicht zum Gewinde passt, nützt die teuerste Ausrüstung drumherum nichts, man schraubt trotzdem im Dunkeln.
Hildegard Tams, die seit Jahren ihre eigenen Kurse verkauft, hat für solche Konstruktionen wenig übrig und sagt das auch ohne Umschweife: Wer eine Kette aus drei Tools braucht, um eine Zahlung mit einem Zugang zu verbinden, baut sich damit gleich drei mögliche Bruchstellen ein statt einer. Sie hat recht damit, auch wenn es mir wehtut, das nach drei Migrationen so offen zuzugeben – ich hätte diesen Rat vor Jahren gut gebrauchen können.
Wie die native Verbindung zwischen Membado und CopeCart wirklich funktioniert
Membado hat für CopeCart eine eigene, native Schnittstelle gebaut, statt sich auf ein externes Automatisierungstool zu verlassen. Sobald jemand bei CopeCart bezahlt, bekommt Membado das direkt mitgeteilt und legt den Zugang selbst an, ohne Umweg über ein drittes System, das irgendwo mittendrin ausfallen kann. Für mich als jemand, der keine Webhooks debuggen will, ist genau das der Unterschied zwischen einem Werkzeug, das funktioniert, und einem, bei dem man ständig nachschauen muss, ob es noch lebt.
CopeCart arbeitet dabei nach dem Reseller-Modell – für mich als Einzelunternehmer nimmt mir das einiges an Papierkram ab, ohne dass ich hier tiefer ins steuerliche Detail gehen will, das ist ein eigenes Fass, das ich lieber Fachleuten überlasse. Wer stattdessen über Digistore24 verkauft, braucht eine andere technische Anbindung, das ist nochmal ein separates Thema für sich. Und wie man einen bestehenden Mitgliederbereich migriert, ohne dabei die Hälfte der Teilnehmer unterwegs zu verlieren, würde diesen Artikel sprengen – dazu habe ich in meinem Kursplattform Vergleich für Coaches schon einiges aufgeschrieben.
Vier Kriterien, die im Kursplattform-Vergleich über Stabilität entscheiden
Wer eine Automatisierungskette wirklich auf Stabilität prüfen will, kommt an vier Fragen nicht vorbei. Erstens: Löst die Zahlungsbestätigung den Zugang direkt aus, oder hängt irgendwo ein Zwischenschritt dazwischen, der auch mal aussetzen kann? Zweitens: Was passiert bei einer Rückerstattung, wird der Zugang zuverlässig wieder entzogen, oder bleibt der Teilnehmer einfach drin, weil niemand das System darüber informiert hat? Drittens: Wie sieht das Abo-Modell hinter der Plattform aus, und wie stark wirkt sich das langfristig auf die Kündigungsrate und die Bindung der Mitglieder aus – das ist ein Thema, das eine eigene Betrachtung verdient und mit den reinen Plattformgebühren nur am Rand zu tun hat. Und viertens, damit verwandt: Was kostet so eine Kursplattform wirklich, wenn man Gebühren, Abo und Zeitaufwand zusammenrechnet, denn dieser Vergleich lohnt sich fast immer, bevor man sich festlegt. Wie man einen Mitgliederbereich einrichtet, ohne selbst tief in die Technik einsteigen zu müssen, ist übrigens nochmal ein eigenes Kapitel für sich – hier soll es erstmal nur um die Stabilität der Kette gehen.
Hannes Przybylski, der von Coachy zu Flenski wechseln will, hat sich den Entwurf zu diesem Text vorab angeschaut und meinte nur, die vier Kriterien seien noch zu abstrakt – zu Recht, deshalb ein Beispiel aus der Praxis. Neulich habe ich einem neuen Teilnehmer nach dem Kauf nur den Link zum ersten Modul geschickt, ganz ohne zusätzliche Erklärung, und keine fünf Minuten später kam die Rückmeldung zurück, er habe sich schon selbst durch alles durchgeklickt und alles gefunden. Die Nachricht kam rein, während ich gerade eine Runde im Volkspark in Hamburg drehte, und ich musste nicht mal stehen bleiben, um nachzusehen, ob etwas schiefgelaufen war. Genau deshalb gehe ich in meinem Bericht über Membado Erfahrungen nochmal ausführlicher auf die Frage ein, warum mir diese Ruhe inzwischen wichtiger ist als jedes zusätzliche Feature.
Die richtige Kombination für dein Umsatzniveau
Zugeben muss ich trotzdem: Membado und CopeCart zusammen sind nicht die günstigste Lösung am Markt, wenn man Plattformkosten und Verkaufsgebühren zusammenzählt. Für jemanden, der gerade erst die ersten Kurse verkauft und noch überschaubare Stückzahlen macht, kann dieses Setup fast zu wuchtig wirken, ähnlich wie eine Profi-Tischkreissäge für jemanden, der einmal im Jahr ein Vogelhaus baut. Einen ähnlichen Kompromiss zwischen Einfachheit und Funktionsumfang habe ich auch in meinem Vergleich Flenski oder Membado durchgekaut, falls dich die Abwägung zwischen beiden Polen genauer interessiert.
Sobald dein Kursgeschäft wächst und Support-Zeit anfängt, echtes Geld zu kosten, kippt die Rechnung meistens in die andere Richtung – dann ist jede Minute, die du nicht mit einer kaputten Zahlungs-Zugangs-Kette verbringst, mehr wert als die zusätzlichen Gebühren. Als grobe Faustregel würde ich sagen: Wenn du regelmäßig neue Anmeldungen bekommst und dir eine einzige verlorene Zugangsmail schon zu viel ist, lohnt sich die stabilere, teurere Kette. Wenn du gerade erst testest, ob sich deine Kurse überhaupt verkaufen, reicht fürs Erste vermutlich eine schlankere Plattform, und du kannst später immer noch migrieren, auch wenn ich aus eigener Erfahrung sagen kann, dass man sich das Migrieren dreimal in sieben Jahren nicht unbedingt zum Hobby machen sollte.