
Muss ein selbst gebauter Mitgliederbereich wie das Werk einer Designagentur aussehen, bevor die Leute ihn ernst nehmen? Diese Frage taucht in fast jeder Gruppe für Kursanbieter auf – und sie hält Menschen davon ab, endlich ihren Mitgliederbereich zu erstellen. Dahinter steckt ein hartnäckiger Glaubenssatz: Ohne Grafik-Designer und ohne teure Kurs-Design-Tipps wirke eine Online-Kurs-Plattform wie Mentortools billig – und billig verkaufe eben nicht. Meine Erfahrung mit Mentortools erzählt eine andere Geschichte.
Die kurze Antwort, nach mehreren Plattformwechseln und ein paar teuren Umwegen: Nein, muss er nicht. Ein aufgeräumter, funktionaler Kursbereich schlägt den Hochglanz fast immer – und genau so etwas baust du hier, ohne eine Zeile Code und ohne jemanden fürs Layout zu bezahlen. Meine Faustregel dafür ist simpel: Wenn ein Nutzer nach ein paar Sekunden nicht weiß, wo er als Nächstes klicken soll, ist das Design gescheitert – egal, wie edel es aussieht.
Der Mythos vom perfekten Kursbereich
Der Mythos wird von Screenshots gefüttert, auf denen jeder Kursbereich aussieht wie das Portfolio einer Werbeagentur. Viele Plattformen verkaufen dir dazu eine vermeintliche Freiheit: eine Werkzeugkiste voller Spezialwerkzeug, ohne dass dir jemand sagt, wie man daraus ein stabiles Regal baut. Also schiebt man Blöcke hin und her, vergleicht Abstände auf drei Pixel genau und wundert sich, warum die mobile Ansicht trotzdem zerbröselt. Ganze Abende habe ich als frustrierter Hobby-Webdesigner verbracht statt als Coach. Der Kaffee neben der Tastatur war meist längst kalt, bevor ich ihn austrank. Das Peinliche daran ist, dass am Ende keiner meiner Teilnehmer den Unterschied zwischen zwei Grautönen je bemerkt hat.
Bevor mir das klar wurde, ging ich sogar den umgekehrten Weg. Einen ganzen Kurs habe ich einmal einfach als E-Mail-Serie über Mailchimp verschickt. Gar kein Mitgliederbereich, nur Nachrichten im Posteingang. Klang schlank, war aber die Hölle: Jede Nachfrage, jeder verlorene Link, jedes „Ich finde Lektion vier nicht" landete manuell bei mir. Kein Design der Welt hätte das gerettet – es fehlte schlicht die Struktur. Und genau darum geht es beim Mitgliederbereich: nicht ums Aussehen, sondern darum, dass die Leute allein zurechtkommen.
Zu viel Politur bremst deine Schüler aus
Ein zu glatter, durchgestylter Kursbereich wirkt wie ein frisch poliertes Ausstellungsstück hinter Glas, schön anzusehen, aber man traut sich kaum, etwas anzufassen. Wenn alles perfekt aussieht, sinkt bei vielen die Bereitschaft, selbst loszulegen, weil die eigene, unfertige Umsetzung neben so viel Hochglanz erst recht nach nichts aussieht. Klarheit lädt zum Mitmachen ein, Perfektion schüchtert ein.
Seit meine Kursseiten schlicht und eindeutig sind, sind zwei Dinge passiert, die ich vorher nicht erwartet hätte. Die Rückfragen beim Support sind spürbar zurückgegangen – niemand fragt mehr, wo der Weiter-Button steckt, weil er da liegt, wo man ihn vermutet. Und in der Statistik ist der Durchschnittsumsatz pro Mitglied gestiegen, obwohl ich am Preis nichts verändert habe: Wer sich in einem Kurs zurechtfindet, arbeitet ihn eher zu Ende und bucht den nächsten.
Einen Mitgliederbereich erstellen, ohne Designer
Wie sieht das konkret aus? Bei Mentortools ist die Grundstruktur vorgegeben – man muss nicht erst entscheiden, wo der Hammer hängt, sondern greift einfach zu. Das ist wie eine gut sortierte Werkstatt, in der jedes Werkzeug seinen festen Platz hat. Die erste Modulstruktur stand bei mir in unter einer Stunde, ohne eine einzige Zeile Code – die Zeit ging in die Inhalte, nicht in die Optik.
Mentortools läuft als Software as a Service aus dem deutschsprachigen Raum, weshalb das leidige Thema DSGVO gleich mit abgehakt ist. Für mich hier in Hamburg war das ein echtes Kriterium – ich hatte keine Lust mehr auf Plugin-Gebastel und US-Server, bei denen man rechtlich ständig mit einem Bein im Aus steht. Wen die technischen Einzelheiten interessieren, der findet sie in meinem Mentortools Testbericht 2024 – hier soll es ums Prinzip gehen, nicht um jede einzelne Einstellung.
Der ehrliche Test: die mobile Ansicht
Der wahre Härtetest für jeden selbst gebauten Kursbereich ist nicht der große Monitor, sondern das Handy in der Bahn. Früher stieg genau hier mein Blutdruck: verrutschte Header, abgeschnittene Texte, Buttons, die sich gegenseitig überlappten. Bei einer klaren, vorgegebenen Struktur bleibt dagegen erstaunlich wenig kaputtzumachen. Die Ansicht bleibt sauber, ohne dass ich an einzelnen Breakpoints herumschraube. Bevor du irgendein Element behältst, ruf deinen Kurs einmal auf dem kleinsten Bildschirm auf, den du finden kannst – was dort nervt, fliegt raus.
Ich habe mich oft gefragt, ob es nicht doch die eierlegende Wollmilchsau sein sollte. Über Flenski Erfahrungen habe ich an anderer Stelle geschrieben – eine All-in-one-Lösung für alle, die wirklich jedes Werkzeug unter einem Dach haben wollen. Für den reinen Fokus auf einen Mitgliederbereich, den du ohne Designer sauber hinbekommst, ist die Schlichtheit von Mentortools aber schwer zu schlagen.
Kurs-Design ohne Grafik-Designer: worauf es wirklich ankommt
Ein Bekannter von mir verbringt jede freie Stunde in seinem Kleingarten, und das Beste daran: Sein Beet gewinnt keinen Schönheitspreis. Die Wege sind krumm, die Schilder handgeschrieben, aber die Tomaten hängen voll, und man kommt an jede einzelne heran. Genau so stelle ich mir einen guten Kursbereich vor. Nicht die makellose Schauseite zählt, sondern ob deine Leute an das herankommen, wofür sie bezahlt haben.
Wenn du also deinen Mitgliederbereich erstellen willst, dreh die Frage einfach um: nicht „Wie mache ich es schön?", sondern „Wo könnte jemand hängenbleiben?". Streiche jedes Element, das nur schmückt und keine Frage beantwortet. Musst du dich grundsätzlich zwischen zwei Systemen entscheiden, hilft ein Blick auf den Coachy oder Mentortools Vergleich – weniger wegen der Optik, mehr wegen der Frage, welche Philosophie zu deiner Arbeitsweise passt.
Ein Kursbereich ist am Ende nur das Gefäß für deine Inhalte, aber ein Gefäß, das dicht hält und in das jeder von allein hineinfindet, ist mehr wert als das schönste Prunkstück, das bei der ersten mobilen Ansicht ausläuft. Genau deshalb baue ich meine Kursseiten heute lieber schlicht und selbst, statt sie einem Designer zu übergeben.